Auch wenn eine Publikation in einem Predatory Journal unbeabsichtigt geschieht, ist sie kein Kavaliersdelikt. Die Folgen können unterschiedlich schwerwiegend sein. 

Sie umfassen:

Reputationsschäden für Forschende

Eine Veröffentlichung in einem predatory journal kann den wissenschaftlichen Ruf erheblich beeinträchtigen:

  • Publikationen werden von Fachkolleg*innen nicht als valide wissenschaftliche Leistung anerkannt
  • Zweifel an der wissenschaftlichen Sorgfalt und Integrität der Autor*innen
  • Vertrauensverlust bei Kooperationspartner*innen
  • Schwierige Rechtfertigung der Publikation im Lebenslauf oder bei Bewerbungen

Besonders problematisch ist, dass Publikationen in Predatory Journals dauerhaft online auffindbar bleiben und sich später kaum „rückgängig machen“ lassen.

Folgen für Karriere und Forschungsförderung


Publikationen spielen eine zentrale Rolle bei:

  • Berufungsverfahren
  • Leistungsbewertungen
  • Drittmittelanträgen
  • Promotions- und Habilitationsverfahren

Wird eine Publikation als unseriös eingestuft, kann dies folgende Konsequenzen haben:

  • Ablehnung von Förderanträgen
  • Nichtanerkennung von Publikationsleistungen
  • Verzögerung oder Gefährdung von Qualifikationsverfahren
  • Rückfragen oder Prüfungen durch Förderorganisationen oder Hochschulen


Auswirkungen auf die Wissenschaft insgesamt


Predatory Publishing schadet nicht nur Einzelpersonen, sondern dem gesamten Wissenschaftssystem:

  • Verbreitung unzuverlässiger oder ungeprüfter Forschung z.B. durch Medienberichte
  • Verzerrung wissenschaftlicher Diskurse
  • Fehlende Nachprüfbarkeit und Reproduzierbarkeit
  • Untergrabung des Vertrauens in Open Access
  • Fehlallokation von Forschungs- und Fördermitteln


aufgepasst

Wenn durch Predatory Journals Falschinformationen verbreitet werden, kann dies unter Umständen reale Folgen haben, die über das Wissenschaftssystem hinausgehen. Es ist auch durchaus möglich, dass seriöse Forschung in unseriösen Zeitschriften erscheint. Nicht alle Publikationen in einem Predatory Journal beinhalten per se Falschinformationen. Da jedoch keine Qualitätsprüfung stattgefunden hat, kann sich die Leserschaft nicht sicher sein, dass es sich um seriöse Forschungsergebnisse handelt.


Zuletzt geändert: Dienstag, 10. März 2026, 10:10