Haben Sie diese Fragen geklärt, überprüfen Sie das Journal Ihrer Wahl. Dazu stehen Ihnen eine Reihe etablierter Prüftools, Verzeichnisse und Checklisten zur Verfügung. Die Wichtigsten werden wir Ihnen im Folgenden vorstellen.
DOAJ – Directory of Open Access Journals
Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) ist ein international anerkanntes Verzeichnis für qualitätsgeprüfte Open-Access-Zeitschriften. Es wird von einer unabhängigen Organisation betrieben und verfolgt das Ziel, Transparenz und Qualität im Open-Access-Publizieren zu fördern. Prüfen Sie also, ob die Zeitschrift, in der Sie planen zu publizieren, im DOAJ gelistet ist.
Die Aufnahme in das DOAJ ist ❌kein Gütesiegel❌ für wissenschaftliche Exzellenz, aber ein starker Hinweis auf Seriosität. Beachten Sie jedoch zwei Aspekte:
1. Einige Predatory Journals täuschen eine Indexierung im DOAJ vor. In der folgenden, stetig aktualisierten Liste werden diese Zeitschriften vom DOAJ-Team zusammengetragen: Link zur Liste. Schauen Sie also immer auf der offiziellen Webseite des DOAJ nach, ob eine Zeitschrift tatsächlich gelistet ist.
2. Eine Indexierung im DOAJ dauert in der Regel 1-2 Jahre. Deshalb sind jüngere Zeitschriften häufig nicht im DOAJ gelistet, obwohl sie redliche Absichten verfolgen. Nicht jedes seriöse Journal ist also im DOAJ, aber Predatory Journals sind es in der Regel nicht.
Think.Check.Submit.
Think.Check.Submit. ist eine internationale Initiative von Bibliotheks- und Verlagsverbänden, die Forschenden hilft, vertrauenswürdige Zeitschriften zu identifizieren. Das Herzstück ist eine strukturierte Checkliste, die Ihnen hilft, eine Entscheidung über ein passendes Publikationsorgan für Ihren Artikel zu treffen. Nutzen Sie diese Liste, wenn Sie Zweifel an der Seriosität einer Zeitschrift haben.
Zentrale Leitfragen
Die Checkliste stellt u. a. folgende Fragen:
- Kennen Sie das Journal oder den Verlag?
- Sind Herausgeber*innen und Editorial Board klar benannt?
- Ist der Peer-Review-Prozess transparent beschrieben?
- Sind Gebühren klar und offen kommuniziert?
- Ist das Journal in anerkannten Datenbanken gelistet?
Wann ist Think.Check.Submit. besonders hilfreich?
- Bei unbekannten Journals
- Bei Einladungen per E-Mail
- Bei interdisziplinären Zeitschriften mit breitem Themenschwerpunkt
- Für Nachwuchswissenschaftler*innen, die noch wenig Publikationserfahrung haben
Die Checkliste von Think.Check.Submit eignet sich sehr gut zur ersten systemischen Prüfung. Zwei weitere Checklisten finden Sie hier: Checkliste zur Qualität von Open-Access-Zeitschriften und Artikel Open Access publizieren. Eine Checkliste für Wissenschaftler*innen.
Die Initiative hat ebenfalls eine Checkliste zur Überprüfung von Konferenzen herausgegeben. Diese finden Sie hier: Think.Check.Attend.
COPE – Committee on Publication Ethics
Das Committee on Publication Ethics (COPE) ist eine internationale Organisation, die sich für ethische Standards im wissenschaftlichen Publizieren einsetzt. Mitglieder, i.d.R. Verlage, verpflichten sich zur Einhaltung klarer Richtlinien, die insbesondere das Peer Review, den Umgang mit Plagiaten sowie mögliche Retractions und Korrekturen betreffen.
Nur weil eine Zeitschrift oder ein Verlag nicht Mitglied bei COPE ist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sie wissenschaftsethische Standards missachten. Vorgetäuschte COPE-Mitgliedschaften sind jedoch ein KO-Kriterium. Eine stetig aktuell gehaltene Liste der Mitglieder von COPE findet sich hier: LINK COPE Mitglieder
Open Access Scholarly Publishers Association (OASPA)
Die Open Access Scholarly Publishers Association (OASPA) ist ein internationaler Zusammenschluss seriöser Open-Access-Verlage. Ziel von OASPA ist es, Qualitätsstandards, Transparenz und ethische Publikationspraktiken im Open-Access-Bereich zu fördern.
Eine OASPA-Mitgliedschaft erhalten nur Verlage, die ein mehrstufiges Prüfverfahren durchlaufen und sich verbindlich zu den OASPA-Prinzipien verpflichten. Diese umfassen unter anderem:
- transparente Geschäftsmodelle,
- klare Informationen zu APCs,
- funktionierende Peer-Review-Verfahren und
- ethische Richtlinien im Umgang mit Autor*innen und Leser*innen.
Die OASPA-Mitgliedschaft ersetzt keine eigene Prüfung, sie kann aber ein wertvoller zusätzlicher Indikator sein, um zwischen seriösen Open-Access-Angeboten und problematischen Publikationspraktiken zu unterscheiden. Eine Nichtmitgliedschaft deutet aber nicht zwangsläufig auf einen unseriösen Verlag hin. Sehr kleine Verlage, Universitätsverlage und/oder Verlage von Fachgesellschaften sind oft nicht Mitglied.